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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

  Recherchen und Forschungen

Vor der Befreiung Polens hatten sich die dort eingesetzten NS-Richter und NS-Staatsanwälte nach Westen abgesetzt. Einer von ihnen, Johannes Hugo Otto Breyer, tauchte als Archivar Otto Breyer in der Nähmaschinenfabrik Wittenberge unter. Breyer wurde am 12. Juni 1891 in Reval geboren, hatte im Jahre 1923 in Dorpat die juristische Staatsprüfung abgelegt und wurde in den estnischen Richterdienst übernommen. Bis zu seiner Umsiedlung ins okkupierte Poznan im Jahre 1939 war er Strafrichter in Reval. Seit dem 18. August 1960 befand er sich in Schweriner Untersuchungshaft und wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt. Verfahrensgegenstand: Mitwirkung, als Richter am Sondergericht in Posen (Poznan), an 58 Strafverfahren, in denen 69 Polen und 2 Deutsche zum überwiegenden Teil auf Grund der Polenstrafrechts VO vom 04.12.1941 wegen geringfügiger Delikte zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden.
[Quelle: Carlos Foth, Generalstaatsanwalt der ehemaligen DDR a.D.]

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Am 23.10.1991 übermittelte der Vizepräsident der Treuhandanstalt Hero Brahms, dem Geschäftsführer der Nähmaschinenwerk GmbH, Dr. Klaus Völzer, den Beschluss der Treuhandanstalt zur Liquidation des Nähmaschinenwerkes.
[Quelle: Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben]

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Gesellschaftsspiel: Grün-Rot Minerva Wittenberge - Oldesloer SV 4:2 (1:1). Die Liga des OSV war nach Wittenberge gefahren, um dort ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Die Wittenberger sind der Berliner Bezirksliga angeschlossen. Sämtliche Gegner sind in Berlin beheimatet und in dieser gewiss nicht leichten Klasse spielen die Wittenberger keine schlechte Rolle. Der OSV hat sich nach einem schönen Spiel tapfer geschlagen und unterlag knapp 2:4. Die weltberühmten Singer-Werke sind die Hauptstützen der Grün-Rot Minerva. Geradezu ideale Sportplatzanlagen sind von diesen Werken erbaut worden. Wasch- und Duschräume, eine eigene Kegelbahn, die allen Erfordernissen entspricht und dann zuletzt ein Kameradschaftsheim, soeben fertiggestellt, wie wohl seinesgleichen in Deutschland noch gesucht wird. Das Spiel selbst wurde im Rahmen eines großen Volksfestes durchgeführt. So kam es denn, dass etwa 4000 Zuschauer das Spiel umsäumten. Kurz nach Beginn des Spiels hatten die Oldesloer ein Riesenpech. Ein von dem linken Läufer nach Purnhagen zurückgespielter Ball hatte mehr "drauf" wie wohl angebracht war, und schon führten die Gastgeber 1:0. Der OSV fand sich aber sofort und kann bis zur Halbzeit das Ergebnis auf 1:1 stellen. Nach der Pause kamen die Gastgeber etwas auf und führten dann 3:1. Gleichmäßig aber spielten die Hiesigen weiter, Stäcker buchte den zweiten Erfolg, nachdem er vorher zwei hundertprozentige Gelegenheiten durch Pech nicht verwerten konnte. Eine Minute vor Schluss, die Hintermannschaft der Oldesloer war weit aufgerückt, konnte der Gegner das Endergebnis auf 4:2 stellen.
[Quelle: Peter Stäcker, Bad Oldesloe und "Oldesloer Landbote" vom 30.08.1936]

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Autor: Andreas Coppeé

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