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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 
Mehr als nur eine Produktionsstätte

1950 waren bereits 1.320 Beschäftigte im Wittenberger Nähmaschinenwerk tätig, welche insgesamt 15.226 Nähmaschinen herstellten. Auf der Internationalen Leipziger Frühjahrsmesse konnten schon 5 verschiedene Nähmaschinentypen präsentiert werden. Ein Wechsel des Werkleiters erfolgte am 14.08.1950. Neuer Werkleiter wurde ein Herr Röhr, der sich bald in den Westen absetzte. Eine Branchenbereinigung und Umprofilierung von Maschinenbaubetrieben wirkte sich ab Mitte 1951 so aus, dass jetzt der Bau von Haushaltsnähmaschinen, der bisher durch Dresdener Betriebe (Clemens Müller sowie Seidel & Naumann) erfolgte, nach Wittenberge verlagert wurde.

Von der Dresdener Firma Clemens Müller AG wurde auch der Name für eine Nähmaschine, "VERITAS", offiziell am 02.10.1955 übernommen.

1951 wurde der erste Betriebskollektivvertrag (BKV) abgeschlossen und für die Kinder der Werksangehörigen wurde zum ersten Mal während der Sommerferien ein Kinderferienlager in der Waldschule Breese, ehemalige Starcke Villa, durchgeführt. Für die gesundheitliche Betreuung im Betrieb wurden leitende Betriebsschwestern sowie eine Hilfsschwester eingestellt. 18 Betriebsangehörige bildeten eine Betriebsgruppe des DRK und Dr. Walter Pommeresch wurde 1955 erster ständiger Betriebsarzt. Die Behandlungen erfolgten ab 1956 in einem neu ausgestatteten Betriebsambulatorium. Vom Jahre 1952 an, wurde im Betrieb auch eine organisierte Erwachsenenbildung durchgeführt.

Ab 1955 wurden im Wittenberger Werk eigenschöpferische Nähmaschinen entwickelt. Der im Jahre 1950 ins Werk gekommene Jungingenieur Georg Rummert entwickelte in den Jahren 1955/56 einen neuen Nähmaschinentyp - die Baukastenserie 8014 mit den drei Grundtypen der Flachbett-, Sockel- und Freiarmnähmaschine, die dem Betrieb internationale Anerkennung brachte.

Für diese Erfindung, "Nähmaschinen-Baukastensystem", erhielt am 13. Oktober 1956 der Oberingenieur Georg Rummert den Titel "Verdienter Erfinder des Volkes".

Von 1951 bis 1955 verließen neben den zunächst noch produzierten Industrienähmaschinen insgesamt 163.337 Haushaltsnähmaschinen Klasse 8010 das Werk in Wittenberge. Die Belegschaftsstärke des Betriebes betrug am 31.Dezember 1955: 2.278 Personen. Ab 1957 erfolgte die Umstellung der Produktion auf die modernere Haushaltsnähmaschinen Klasse 8014, deren Konstruktion auf dem Baukastenprinzip beruhte (Geradstich/Zickzack/Automatik). 1958 wurde im Betrieb die damals in Europa längste automatische Taktstraße zur Bearbeitung von Nähmaschinen-Oberteilen und -Platten in Betrieb genommen.

1958 wurde erstmals Krakow am See als Kinderferienlagerort gewählt und 1959 nahm die Betriebsakademie im Werk ihre Arbeit auf. Am 5. März 1962 wurde eine neuerbaute Werkküche mit einem Speisesaal für 275 Plätze übergeben. Das neuerbaute Sportlerheim, im Trakt auch die Kinderkrippe des Nähmaschinenwerkes, im Veritas-Sportpark wurden am 19.12.1962 zur Nutzung übergeben. 1968 hatte das Nähmaschinenwerk im Rahmen einer Interessengemeinschaft mit dem Bau des "Urlauberzentrums Canow" begonnen, im Jahre 1972 konnten hier die ersten 32 Familien ihren Urlaub verbringen. 1969 wurde die Bohle-Kegelbahn auf vier Bahnen erweitert.

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