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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 
Die modernste Nähmaschinenfabrik der Welt

Im Jahre 1963 wurde die 1.000.000 Haushaltsnähmaschine produziert. 1964 betrugt der Nähmaschinen-Export u.a.: in die Sowjetunion 37.000 Stück Nähmaschinen, nach Bulgarien 16.000 Stück Nähmaschinen, in die Bundesrepublik Deutschland 10.000 Stück Nähmaschinen, nach Großbritannien 8.000 Stück Nähmaschinen, nach Belgien 2.000 Stück Nähmaschinen. Insgesamt wurden Nähmaschinen aus Wittenberge in ca. 30 Länder ausgeführt. Ab dem 1. Januar 1965 lautete die Firmenbezeichnung:

"VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge - Kombinat TEXTIMA".

Im Jahre 1964 waren im Zweigwerk Lenzen (November 1960 mit 20 Werktätigen für Federwickelarbeiten gegründet) 71 Personen beschäftigt und im Zweigwerk Bad Wilsnack (ab Januar 1961 aus dem VEB-K-Möbelwerk mit 50 Werktätigen gegründet) 56 Personen tätig gewesen.

Im Jahre 1965 verließ alle 25,7 Sekunden, eingearbeitet und geprüft, eine Nähmaschine das Montageband. Das war Weltspitzenniveau! Am 08.05.1965 erfolgte die Einweihung eines Gedenksteines auf dem Hof des Nähmaschinenwerkes für die am Ende des Zweiten Weltkrieges standrechtlich erschossenen Dr. Albert Steinert, Bürgermeister Ewald Fredrich, Heinz Horn, Bruno Makosch und weitere vier namentlich nicht bekannte Personen.

Im Jahre 1967, am 28. August, wurde im VEB Nähmaschinenwerk die durchgängige Fünf-Tage-Arbeitswoche eingeführt. Die Arbeitszeit wurde von 45 auf 43 3/4 Stunden reduziert. 1968 wurde die 1.000.000 Haushaltsnähmaschinen exportiert. Etwa 8.000 Zulieferbetriebe waren an der Nähmaschinenfertigung beteiligt. 1969 wurde die Produktion von Haushalts-Bügelmaschinen aufgenommen. Ihre Auslagerung erfolgte im Jahre 1982 und die Herstellung von Industrienähmaschinen wurde im Wittenberger Werk eingestellt. Das Wittenberger Nähmaschinenwerk war ab 1970 Alleinhersteller von Haushaltsnähmaschinen in der ehemaligen DDR.

Im Sommer 1970 fanden die 1. VERITAS-Festspiele statt. Es avancierte zu Wittenberges und der Prignitz größtem Kultur- und Kunstfestival. Es entstand der Slogan:

"Mit VERITAS nähen - bügeln - stricken"

Besucherzahlen: 1970 = 08.300 Besucher bei 053 Veranstaltungen.
1987 = 18.500 Besucher bei 153 Veranstaltungen.

Ab dem Jahre 1970, erfolgte die Aufnahme des Baus von Haushaltsstrickmaschinen und bis zum Jahresende wurden insgesamt 172.000 Haushaltsnähmaschinen, bei laufender Weiterentwicklung der Typen, produziert. Die Auslagerung der Strickmaschinenproduktion erfolgte im Jahre 1984. Im Veritas-Sportpark wurde im Jahre 1971 eine neue moderne Turnhalle gebaut.

Der Betrieb firmierte 1971 zum "Kombinat VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge" und außer dem Stammbetrieb in Wittenberge gehörten noch weitere sieben Produktionsbetriebe zum Kombinat VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge: VEB Nähmaschinenwerke Altenburg, VEB Spezialnähmaschinenwerk Limbach, VEB Textilmaschinenbau Apolda, VEB Spezialnähmaschinenwerk Mühlhausen, VEB Textilmaschinenbau Güsten und als Teileproduzenten die Betriebe VEB Nähmaschinenteilewerke Dresden und VEB Polytherm Gardelegen.

Ab 1974 wurde die Haushaltsstrickmaschine VERITAS "Modell 5443" angeboten und die 4.000.000 Nähmaschine wurde 1979 in Wittenberge produziert. Wachsender Inlandbedarf und ständig steigende Exporte ließen sich im VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge nicht länger mehr durch bessere Technologien und rationalisierte Fertigungskapazitäten erfüllen. Das Werk platzte aus allen Nähten. Die im Jahre 1976 beschlossene Intensivierungskonzeption, 1976-1980, ebnete den Weg für ein modernes Nähmaschinenwerk. Die Intensivierungskonzeption des Betriebes beinhaltete u.a. folgende Maßnahmen:

...Generalbauprogramm, das die Produktion technischer Konsumgüter bis 1980 auf neue Grundlagen stellte. Auf annähernd 50.000 Quadratmetern Baugrund im Ostgelände des Werkes, entstanden in den nächsten Jahren fünf neue Werkhallen mit einer Gesamtfläche von 13.000 Quadratmetern und ein mehrgeschossige Sozialgebäude. In diesem Komplex wurden ab 1981 Nähmaschinen-Großteile auf vollautomatischen Taktstraßen bearbeitet...

Am 1. Januar 1979 erfolgte die Gründung des Kombinates TEXTIMA, aus der bisherigen Vereinigung volkseigener Betriebe, mit Hauptsitz in Karl-Marx-Stadt. Es entstand eine neue selbstständige Wirtschaftseinheit, in der das Wittenberger Nähmaschinenwerk integriert wurde.

Am 01.08.1982 wurde im Klubhaus der FDJ-Jugendklub "VERITAS" des VEB Nähmaschinenwerkes Wittenberge gegründet. Klubvorsitzender wurde  Lothar A. K. Wuttke. Der Jugendklub "VERITAS" wurde der erfolgreichste und innovativste Jugendklub der ehemaligen DDR. Als "VERITASKLUB" agiert der Klub noch heute.

Am 15. Februar 1983 erhielt die Gießerei eine automatische Vergießeinrichtung für 2,5 t Flüssigeisen und in der Gießerei wurde das kastenlose Hochdruck-Preß-Form Verfahren eingeführt. Der Betrieb war damit Erstanwender dieser Technologie im RGW. Seit diesem Jahr war das Modell "Columba NP 4500" (Freiarmnähmaschine) das Topmodell der Wittenberger Nähmaschinenbauer. Am 6. Oktober 1983 wurde die 5.000.000 Nähmaschine hergestellt. Die Jubiläums-Nähmaschine war eine vom Typ "Columba NP 4500". Sie erhielt auf der Leipziger Messe die fünfte Goldmedaille für das Wittenberger Nähmaschinenwerk. Diese Nähmaschine wartete mit elektronischen Neuerungen zur Drehzahlregulierung und Nadelpositionierung auf. Erstmals hielten mit dieser Maschine, mikroelektronische Bauelemente Einzug in die Wittenberger Nähmaschine. Die Jahresproduktion betrug nun 310.000 Stück Nähmaschinen.

Im April 1986 waren bereits 100 Nähmaschinen der neuen Universal-Haushalts-Nähmaschinen vom Typ "Famula" produziert worden. Im September 1986 begann die Serienproduktion der "Famula". Auf der Leipziger Herbstmesse 1986 wurde dem VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge für die "Famula" wiederum eine der begehrten Goldmedaillen verliehen, ebenfalls erhielt die "Columba" eine Goldmedaille 1984 in Brno.

1987 verließen 340.000 Nähmaschinen das Nähmaschinenwerk in Wittenberge. Das Produktionsprofil des Werkes im September 1988:

Produktionsprofil: Haushaltnähmaschinen in Großserienproduktion unter dem Warenzeichen "VERITAS" und "Naumann" in 2 Bauformen, Flachbett-Haushaltnähmaschinen und Freiarmnähmaschinen in 6 Nahtleistungen, ca. 20 Modelle (ca. 200 Varianten). Modell 29 mit 8 Nähten, Modell 40 mit 16 Nähten, Modell 43 mit 22 Nähten, Modell 81 mit 9 Nähten, Modell 90 mit 15 Nähten, Modell 91 mit 16 Nähten. Alle Freiarmnähmaschinen wurden mit und ohne Elektronikbauteile, zur Erhöhung der Gebrauchswerteigenschaften, gefertigt.

Auf einer extravaganten Veranstaltung wurde am 10. September 1988 im Klubhaus "VERITAS" die erste "Miss VERITAS", Fräulein Karin Lutz, gekürt. Es war eine der ersten Misswahlen in der ehemaligen DDR und der Welt erste Miss-Trademark-Wahl. Am 28.10.1989 wurde ebenfalls im Klubhaus, Fräulein Kerstin Blüthmann, als Erste zur und bis heute einzigen "Miss Wittenberge" gewählt.

Im Jahre 1989 waren im VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge ca. 3.200 Arbeiter und Angestellte beschäftigt! Im Oktober 1989 wurde zum letzten mal im Nähmaschinenwerk Wittenberge die nächste Millionengrenze überschritten, am 4.10.1989 verließ die 7.000.000 Haushaltsnähmaschine, nach dem II. Weltkrieg, das Montageband.

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