+ V E R I T A S L O U N G E +

Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 
  Markenname/Warenzeichen "VERITAS"

Das lateinische Wort "Veritas" heißt Wahrheit auf Deutsch und ist sehr begehrt unter den Herstellern von Nähmaschinen. Im Jahre 1894 kam der geniale und Deutschlands erster Nähmaschinenfabrikant, August Clemens Müller (1828-1902) aus Dresden auf die Idee, einer neu entwickelten Nähmaschine den Namen "VERITAS" zu geben. Warum dieser Name genau, konnten uns die noch lebenden Nachfahren von Clemens Müller auch nicht sagen. Aber er fuhr sehr gerne nach Meißen zu den Weinbauern und bezog auch von dort seinen Hauswein. Na gut, lassen wir es dahin gestellt sein - "In Vino Veritas".

Der von Clemens Müller verwendete "VERITAS" Schriftzug wurde bis 1977 in dieser Form verwendet.

Am 1. Oktober 1894, oha typische Weinlesezeit, wurde der Name "VERITAS" beim "Kaiserlichen Patentamt" für eine Nähmaschine registriert. August Clemens Müller (Dresden) verwendete den Namen für seine Nähmaschinen bis 1945. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Müller Werke in Dresden verstaatlicht - ein Teil, der VEB Mechanik Clemens Müller, produzierte "VERITAS" Nähmaschinen (Veritas Klasse 32 Zentralspule) im Werk weiter bis Anfang der fünfziger Jahre. Im Jahre 1951 erfolgte in der DDR eine Branchenbereinigung und Umprofilierung von Maschinenbaubetrieben. Die Produktion von Haushaltsnähmaschinen, die bisher durch die Dresdener Betriebe Clemens Müller und Seidel & Naumann erfolgte, wurde nach Wittenberge, Bezirk Schwerin, in das dortige Nähmaschinenwerk verlagert. Die Rechte auf das Warenzeichen "VERITAS" wurden am 2. Oktober 1955, man beachte, auch wieder Weinlesezeit, vom VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge offiziell übernommen.

Der Markenname "VERITAS" wurde in den folgenden Jahren zum Pseudonym für eine Nähmaschine, weniger zum Bezug für eine gute Flasche Wein. In den 70er Jahren erhielt das Bild-Warenzeichen "VERITAS" eine Auffrischung. Denn auch die neuen Haushaltsnähmaschinen aus Wittenberge mauserten sich zum "Spitzenwein". Der Berliner Grafiker Lothar Ziratzki entwarf den neuen Namenszug von "VERITAS".

Im Jahre 1977 erhielt der "VERITAS" Schriftzug durch den Grafiker Lothar Ziratzki eine Auffrischung.

Bis 1991 liefen rund 8 Millionen Haushaltsnähmaschinen mit diesem Warenzeichen vom Montageband, dann kam Singer zurück nach Wittenberge, schneller als sie dem Ruf "Es gibt Apfelsinen im HO" folgen konnten. Das Werk wollte er nicht, die Menschen schon gar nicht. Den Namen "VERITAS", den wollte er. Seine Singer Nähmaschinen hatten in der Welt keinen guten Ruf mehr. Singer Nähmaschinen standen kurz davor selbst ein Plagiat zu werden. Um über den weiteren Verbleib der Marke "Veritas" berichten zu können, tauchen sie jetzt mit uns ein in die undurchsichtige Welt des Finanzkapitals.

Ein gewisser James Henry Ting, gebürtiger Chinese und heutiger Kanadier ging 1989 auf Einkaufstour. Er kaufte mit seiner Firma, der Semi Tech Corp. Ltd., angeschlagene Firmen mit bekannten Markennamen auf und baute so ein mächtiges Konglomerat. 1989 kaufte er für 229 Millionen Dollar den weltweit bekannten Hersteller von Nähmaschinen, die Singer-Gruppe. Bei der Singer-Gruppe verlagerte er die Produktion in Billiglohnregionen, wie Brasilien und Asien. Von diesem Erfolg ermuntert, griff er 1993 bei der heruntergewirtschafteten deutschen Pfaff AG in Kaiserslautern zu, die er für 122 Millionen DM seiner Holding zuführte. Die Pfaff AG wurde zur Tochtergesellschaft von Singer. Offiziell übernahm die G.M. Paff Aktiengesellschaft (Kaiserslautern), im Zuge der staatlichen Treuhand Machenschaften, im Jahre 1993 die Wort- und Bildmarke "VERITAS". Ting kannte den Namen, es war ein guter Name. Ein Name, der für Qualität stand bei den Verbrauchern in Asien. Die Krisen in Asien und Russland Ende der 90er Jahre schlugen bei der Semi-Tech-Gruppe voll ein und brachten den Konzern in arge Bedrängnis. Pfaff wurde persönlich von Kapitän Ting über Bord geworfen.

Am 6. September 1999 begann in der Paff AG in Kaiserslautern das Insolvenzverfahren. Am 2. April 2000 übernahm die Viking Sewing Machines AB [Huskvarna] die Wort- und Bildmarke "VERITAS" von Pfaff und produzierte, im Joint Venture Verhältnis, unter diesem Namen billige Haushaltsnähmaschinen in China, die auch in der Handelskette "Kaufland" zu finden waren. Ein Urteil über diese Maschine möchten wir nicht abgeben, das wäre weit unter unserem Nähmaschinenwerkerniveau.

Im Jahre 2002 übernahm dann die CROWN TECHNICS GmbH [u. a. Albert O. Fischer, Inhaber Peter Fischer - Heilbronn, BRD], eine Tochtergesellschaft der BERNINA Holding AG [Schweiz] und Vertriebsgesellschaft der "Carina" Nähmaschinen, die Markennamen "VERITAS" und "Naumann" für den deutschen Warenmarkt. 2003 erwarb auch ein gewisser Udo Lesemann aus Krefeld eine Lizenz zur Verwendung der Wortmarke "VERITAS". Die internationalen Rechte liegen bei der schweizerischen "BERNINA" Gruppe, die wohl zurzeit die besten Haushaltsnähmaschinen herstellt.

Der modifizierte "VERITAS" Schriftzug von der Crown Technics Ltd. aus dem Jahre 2016.

Im Jahre 2016 brachte die neu firmierte CROWN TECHNICS Ltd., jetzt eine 100% Tochtergesellschaft der BERNINA AG, die neue Generation von "VERITAS" Nähmaschinen mit verschiedenen Modelltypen auf den Markt.

Menu

Nach oben  Nähmaschinenwerk, Markenname, Seite 01

Copyright © Culture-Management-Berlin

0.gif (43 Byte)

[Main]    [Index]    [Zurück]    [Weiter]