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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 
  Firmengründer V

Die Firma lief vorerst schlecht. Singer kämpfte mit einem gelegentlichen Verkauf einer Maschine. Dazu kam im gleichen Jahr, dass Elias Howe in Singers Erfindung eine Patentverletzung an seiner Nähmaschine sah, weil Singer die gewöhnliche Nadel und einen Schalter benutzte, der durch Howe entwickelt worden war. Howe prozessierte gegen Singer. Eine gütliche Vereinbarung mit Howe schlug Singer aus. Im Prozess vertrat ihn ein Rechtsanwalt namens Edward C. Clark [1811-1882], Absolvent der Williamshochschule, Rechtsanwalt und Sonntagsschullehrer. Nach Singers Tod wurde Edward C. Clark der zweite Präsident der Singer Company. In dieser schwierigen Zeit zog sich Orson C. Phelps aus der Firma zurück. Als Zieber auch noch krank wurde, kauften Clark und Singer seinen Anteil an der Firma für sechstausend Dollar auf.

Edward C. Clark:

Edward Clark war der älteste von drei Söhnen von Nathan Clark [1787-1880] und Julia Nichols [1793-1873]. Seine Brüder waren Nathan Henry Clark [1816-1817] und Nathan Clark, Jr. [1819-1892]. Die Familie stammte ursprünglich aus England bevor Samuel Clark [1615-1690] nach Amerika auswanderte und sich im heutigen Stamford niederließ.

Edward Clarks Vater hatte Töpfereien in Lyons und Mount Morris gegründet, welcher Produkte unter dem Markennamen N. Clark & Co. vertrieb. Später übernahm sein Bruder Nathan Clark Jr. das Unternehmen.

Nach dem Besuch der Lenox Acadamy in Lenox im US-Bundesstaat Massachusetts wechselte Edward Clark zum Williams College in Williamstown.

Nach Abschluß seines Jura-Studiums arbeitete er als Rechtsanwalt in der Kanzlei von Ambrose Latting Jordan in Hudson im US-Bundesstaat New York. 1834 eröffnete er seine eigene Kanzlei in Poughkeepsie. Am 21. Oktober 1835 heiratete er Caroline Jordan [1815-1874], die Tochter seines vorherigen Arbeitgebers. Zwei Jahre später gründeten Edward Clark und sein Schwiegervater Ambrose Jordan die gemeinsame Kanzlei Jordan, Clark & Company. Beide verlegten ihren Geschäftssitz 1838 nach New York City.

1848 wurde Isaac Merritt Singer Klient der Kanzlei Jordan & Clark. Zunächst galt es die Patentrechte an seiner Maschine für Holz- und Metallbearbeitung zu klären. 1851 engagierte Singer Edward Clark im Rechtsstreit gegen Elias Howe um das Patent für seine Nähmaschine.

Edward und Caroline Clark hatten vier Kinder, von denen jedoch drei bereits vor ihrem Vater verstarben: Ambrose Jordan Clark [1836-1880], Edward Lorraine Clark [1838-1860], Julia Elise Clark [Juni-August 1841]. Sein jüngster Sohn Alfred Corning Clark und dessen vier Söhne [Edward Severin Clark, Robert Sterling Clark, Frederick Ambrose Clark, Stephen Carlton Clark] erbten zusammen die damals beträchtliche Summe von $50 Millionen Dollar. Allein die Enkelkinder erbten jeweils einen kompletten Häuserblock in Manhattan.

Jetzt bestand die Firma aus Singer und Clark als die alleinigen Inhaber. Singer hatte das Ressort Forschung und Herstellung und Clark kümmerte sich um den Verkauf, die Finanzen und um Rechtssachen. Im gleichen Jahr [1853] zog der Firmensitz nach New York Broadway um und mit zwei weiteren Partnern bildeten sie die "Singer Manufacturing Company". Eine Produktionsanlage entstand im selben Jahr auch in New York City. Hier verkauft Singer die erste Singernähmaschine für $100 Dollar.

Im Jahre 1854 verlor Singer den Patentstreit gegen Howe. Singer mußte Howe $15.000 Dollar zahlen, desweiteren pro verkaufte Singermaschine $20 Dollar. Die Summe wurde später auf $5 Dollar pro im Inland verkaufte Maschine und $1 Dollar pro im Ausland verkaufte Nähmaschine reduziert, wie lange wissen wir leider nicht. Howe wurde jedenfalls ein reicher Mann durch Singer - insgesamt zwei Millionen Dollar. Es war der erste Patentrechtsstreit in der amerikanischen Geschichte, weil es das Patentamt in den Vereinigten Staaten schon gab.

In den folgenden Jahren strukturierte die "Singer Manufacturing Company" ihre Nähmaschinenproduktionsanlagen völlig neu. Edward C. Clark und nicht Singer, entwarf 1856 den Ratenkaufplan, den Prototyp für Ratenzahlungsverkäufe oder die Zeitzahlungserwerbe. Infolgedessen konnten Einzelpersonen mit geringem Einkommen eine Singernähmaschine kaufen. 1857 bezog die Singer Firmenleitung ihr neues "Hauptquartier" am Broadway 458 und entschied, auch in die Maschinerie schwer zu investieren, die entworfen wurden, um Nähmaschinen mit auswechselbaren Teilen in Serienfertigung herstellen zu können. Im Jahre 1858 öffnete die "Singer Manufacturing Company" drei weitere Produktionsanlagen in New York und erstmals wurden im Jahr über 3.000 Nähmaschinen produziert.

Im Jahre 1860 wurde die "Singer Manufacturing Company" der größte Hersteller von Nähmaschinen in der Welt. Weitere Fabrikgründungen sollten, nun auch in Übersee, folgen: 1867 in Glasgow/Schottland, die später nach Clydebank bei Glasgow umzog, 1873 in Elizabethport/USA, 1902 in Podolsk/Rußland, 1903 in Wittenberge/Deutschland und 1904 in St. Johns/Kanada. Singer Nähmaschinen traten nun auch ihren Siegeszug in Europa an. 1863 hatte die "Singer Manufacturing Company" 20 Patente inne und ein Kapitalvermögen in Höhe von $550.000 Dollar. 20.000 Nähmaschinen wurden jetzt jährlich verkauft.

Im Januar 1860 erschien, zur Überraschung von fast jedem, die Singer kannten, Catharine Maria Haley wieder auf der Bildfläche und behauptete, sie ist Singers gesetzmäßige Ehefrau, was ja auch stimmte. Singer aber offerierte Mary Ann Sponsler als Ehefrau vor. Es kam zum Eklat in Singers Wohnung 5. Allee Nr. 14 in New York. Singer schlug Mary Ann Sponsler besinnungslos. Sie zeigte ihn an. Während der Gerichtsverhandlung kamen Singers Fraueneskapaden und seine Vorliebe für Prostituierte ans Tageslicht:

  es wurde berichtet, dass Isaac Merritt Singer beträchtliche Summen von seinem Vermögen für Prostituierte aufwendete,

  das Singer gleichzeitig bei mehreren Mätressen wohnte und sein Fahrer sagte aus, dass er häufig an Straßenecken stoppen mußte, wenn dort Mädchen mit Schulbüchern standen.[In dieser Zeit ein allgemeines Kostüm für Prostituierte - Anm. LAKW].

Das Gericht erteilte Singer strenge Auflagen, mehr nicht. Auf Vorschlag der Firma und um Gras über die Sache wachsen zu lassen, verließ Singer mit Kate McGonigal, die 19jährige Schwester von Mary McGonigal, für ein Jahr Amerika in Richtung Europa. Nach einigen angenehmen Monaten kam Singer im Frühjahr 1861 aus Richtung London nach Amerika zurück. Aber nicht mit Kate McGonigal, sondern mit einer Lucy - näheres ist nicht bekannt. Die junge Dame wohnte für einige Monate bei den Singers. Mary Ann Sponsler hatte genug, sie trennte sich 1864 von Isaac Merritt Singer.

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