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  Chief of Protocol - 01.08.2016

SINGER-Kult nach über 100 Jahren

Zugegeben, es ist schon eine Weile her, da bat uns Frau Luisa Winn Hutton (U-Ur-Ur-Enkelin von Isaac Merritt Singer) einen eisernen "SINGER-Stuhl" für ihre Freundin, eine französische Prinzessin, zu besorgen. Fragezeichen in meinem Kopf. Als im Gespräch sich dann herausstellte, Frau Hutton erkannte diesen Stuhl auf einem Werkfoto von uns wieder, brach ich in lautem Lachen aus. Auf diesen ollen und harten Dingern wollte keiner bei Veritas darauf sitzen – auch ich nicht. Die Dinger standen sinnlos in den Abteilungen herum.

Wir recherchierten und ließen auch unsere Beziehungen zu den Auktionshäusern spielen. Treffer, es gab noch einige. Erblassen musste ich aber, was für eine dreistellige Summe man dafür bezahlen sollte. Die Prinzessin bekam aber ihren "SINGER-Stuhl". Gibt es heute in den Schlössern etwa noch Folterkammern?

Vor kurzem wurden in einem renommierten Auktionshaus solche Stühle wiederum versteigert und die alte Geschichte kam mir wieder in den Sinn – die Blässe zog in mein Gesicht, aber wie. Die Preise hatten sich verdoppelt, ja sogar verdreifacht!

"SINGER-Stühle", Design Epoche 1890 bis 1919, Herstelljahr um 1900, hergestellt in Großbritannien, Material Eisen und Holz, sind absolute Kultobjekte in gewissen Kreisen. Die Herrschaften bezahlen gerne Unsummen dafür, um so einen Stuhl ihr Eigen nennen zu dürfen.

Im Nähmaschinenwerk standen, mal überlegen – seit die Treuhand dort wütete, die "SINGER-Stühle" nicht mehr im Werk rum. Auch der mit Diamanten besetzte Karl-Marx-Orden ist seitdem verschwunden. Ich muss schnellstens nach Wittenberge zu Ralf von Hagen, dem Verwalter vom Gelände und mir die DDR-Alustühle mit schwarzer Polsterung unter den Nagel reißen. Man weiß ja nie.

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Kommentare: Lothar A. K. Wuttke

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