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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

21.08.1985

Heimisch im "Veritas"-Klub

Fragen an LOTHAR WUTTKE, Leiter des Jugendklubs im VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge

  Wie lange gibt es den Jugendklub "Veritas" schon?
Eigentlich seit 1976. Nur war das, was in den folgenden Jahren dort lief, nicht sehr ergiebig, um nicht zu sagen, der Jugendklub drohte einzuschlafen. Vor knapp drei Jahren nahm die FDJ des Betriebes den zweiten Anlauf. Was auch rein äußerlich schon sichtbar wurde. Die Mitglieder des Jugendklubs und ihre Helfer brachten in eigener Regie die Räumlichkeiten auf Vordermann.

  Wer gehört zur Klubleitung?
Wir sind derzeit 15 Mitglieder. Darunter Schüler, Werkzeugmacher, Soldaten, Studenten. Und dazu gehört auch Heinz Albinus mit seinen 55 Jahren der Älteste und zugleich das, was man die "gute Seele" nennt. Wir alle treffen uns immer am ersten Freitag im Monat, um zu beraten, das Klub-Programm zu konkretisieren oder Vorschlägen Jugendlicher nachzugehen.

  Was bietet ihr den über 1000 Jugendlichen eures Werkes an?
Dazu muß ich gleich eines sagen: Unser Jugendklub öffnet seine Tür nicht nur Betriebsangehörigen. Die jungen Leute aus dem umliegenden Territorium sind ebenso mit eingeladen wie die Jugendlichen der benachbarten Zellwollefabrik und des RAW.

Vierteljährlich bekommt unseren Veranstaltungsplan die entsprechende FDJ-Leitungen. Angefangen vom Klubabend mit Rockbands, über computergesteuerte Diskomusik, Kegelwettstreit der Jugendbrigaden, Klubgespräche mit Jugendforscherkollektiven, die Mitternachtsparty bis hin zur Modenschau oder der Friedensrallye ist vieles dabei, was jungen Leuten wirklich Spaß macht, was sie interessiert.

  Der "Veritas"-Klub soll auch schon Sprungbrett für jetzt erfolgreiche Künstler gewesen sein?
Wir hoffen, er ist es auch weiterhin. Die "Voltanos" beispielsweise, zwei junge Äquilibristen, fingen bei uns im Klub an und haben heute als Berufsartisten einen Namen. Auch Petra Zieger und Band hatten ihre ersten Auftritte hier in Wittenberge.

  Und im Klub stets etwas Interessantes auf Lager zu haben, braucht ihr sicher gute Partner?
Das stimmt. Wir arbeiten sehr eng mit dem staatlichen Jugendbeauftragten des Betriebes zusammen, mit der Jugendkommission der BGL, mit der FDJ-Leitung, dem Leiter unseres Klubhauses und natürlich mit den Jugendlichen. Wir reden mit den Leuten in den Arbeitskollektiven, auch auf der Straße, wie sich's gerade ergibt, fragen nach ihren Wünschen und Vorstellungen zur Freizeitgestaltung. Die "Mitternachtsparty" entstand so. Auf Anregung junger Kollegen so um die zwanzig herum wurde sie ins Leben gerufen und reicht schon fast gar nicht mehr für alle Interessenten aus.

  Helft ihr auch Jugendbrigaden, ihre Kultur- und Bildungspläne zu verwirklichen?
Ja. Wir stellen nicht nur das "Veritas-Jugendklubzimmer" für eigene Veranstaltungen zur Verfügung, sondern auch Dia-Projektor mit Leinwand, Kassettenrecorder, Radio und wir helfen, URANIA-Vorträge zu organisieren, Gesprächspartner zu Fragen unseres Betriebes zu gewinnen.

  Wie haltet ihr es mit der Devise: Erfahrungsaustausch ist die billigste Investition?
Wir treffen uns regelmäßig mit Mitgliedern anderer Jugendklubs. Gucken mal beim Nachbarn, im Klub des VEB Zellstoff- und Zellwollewerke rein. Ich kann schon sagen, daß die Klubmitglieder auf der Suche nach immer neuen Varianten ganz schön rumkommen.

Das Gespräch führte Christina Fischer

Nach oben  Medien, Tribüne, 21.08.1985

Adaptation: Kathrin Raasch

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