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14.09.2002

Einstiger FDJ-Jugendklub Veritas feierte den 20.
Eine Legende stirbt nicht

Wittenberge Getragene Posaunenklänge schallen über den Veritas-Sportpark. Ein Zug festlich gekleideter Leute mit Trauergebinde und Holzkreuz macht halt vor dem eisernen Zaun, der ein verwildertes Gelände zu schützen scheint.

Staub, Wind, Unkraut - sonst nichts.

Hier wird das Kreuz mit der Aufschrift "Veritas Klubhaus 1936 - 1996" festgemacht und der Kranz abgelegt. Lothar Wuttke hält die Trauerrede - im September 2002.

Abgebranntes Klubhaus

Mit dieser Kranzniederlegung an diesem wüsten und kahlen Ort begannen die "Feierlichkeiten" für das 20jährige Bestehen des Jugendklubs Veritas, der genau in diesem Klubhaus der Nähmaschinenwerker, das 1996 den Flammen zum Opfer fiel, gegründet wurde.
13 feste Mitglieder zählte der damalige Jugendklub - und fast alle kamen, weil der Kontakt dank Bert Völzer und Lothar Wuttke nach der Wende nicht abriss und auch nicht zu jenen, die jetzt in ganz Deutschland verstreut nach Arbeit suchten, die ihnen in ihrer Heimatstadt keiner bot.

An der Wiege

Mit einem Augenzwinkern erinnerte Lothar Wuttke an die unwiederbringlichen Jugendjahre des FDJ-Jugendklubs Veritas, an dessen Wiege sie nun standen.
Von einer lebenden Legende sprach der immer noch Vorsitzende des Jugendklubs, der exakt am 1. August 1982 von Leuten gegründet wurde, die jung, frisch, knackig und sexy waren - und sich dank des Jugendklubs heute immer noch so fühlen.
Namen wie Werner Lorek fielen, der als langjähriger Leiter des Klubhauses sich stets für einen eigenverantwortlichen Jugendklub in seinem Hause einsetzte, Namen wie Ursel und Heinz Lucht, die als Gaststättenleiterehepaar immer mit dem Vorzeigejugendklub im Palast der Republik hätten konkurrieren können, Namen wie Martha Flügge die liebe Raumpflegerin des Hauses.

Fördern durch fordern

Und Wuttke zitierte auch den Lieblingsspruch des damaligen Betriebsdirektors Klaus Völzer, der den Jugendlichen außergewöhnlichen Spielraum bot: "Fördern durch Fordern!"

"Erinnerungen kann kein noch so großes Feuer vernichten", schloss Wuttke seine Rede, um endlich zum ebenso wichtigen Tagesordnungspunkt der einstigen Veritasianer übergehen zu können: zum Feiern.
Schwein am offen Feuer gebrutzelt wartete im "Fährmann" an der Elbe auf die Hungrigen und Durstigen, die sich noch viel auszutauschen hatten.

Text: Frank Stubenrauch

Nach oben  Medien, Wochenspiegel, 14.09.2002

Adaptation: Kathrin Raasch

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