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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

10.12.2003

Modeschöpfer fragt: "Was hätten wir ohne sie gemacht?"
Karl Lagerfeld erhält eine Veritas

Wittenberge Was verbindet Karl Lagerfeld mit Hans-Dietrich Genscher oder Helmut Schmidt mit Lothar de Maiziere? Das Jubiläum zu 100 Jahre Nähmaschinenwerk in Wittenberge hat es zutage gebracht - alle haben eine Erinnerung an die "Nähmaschine" aus der Elbestadt, ob diese nun Singer oder Veritas hieß.

Beim Veritasklub sind zu diesem runden Geburtstag bislang etwa 150 Grußschreiben eingegangen. Und wie der Vorsitzende Lothar Wuttke in einem Gespräch bestätigte, gehen auch nach dem offiziellen Geburtstermin des Werkes am 25. November noch immer wohlmeinende Schreiben ein. Jüngst meldete sich Modeschöpfer Karl Lagerfeld mit einem von ihm signierten Singer-Foto. Lothar Wuttke hatte bei Lagerfeld nachgefragt, ob es stimme, dass Gabrielle "Coco" Chanel ihre berühmten Modeschöpfungen der Haute Couture auf einer Singer aus Wittenberge kreiert habe. Lagerfeld, der in den 50er Jahren bei Coco Chanel das Modehandwerk erlernte, bestätigte dies. Er versicherte, in der ersten Nähstube der Designerin hätten Singer-Maschinen gestanden. Handschriftlich vermerkte er auf der Karte: "Was hätten wir ohne sie gemacht?"

Lagerfeld habe sich in dem Gespräch auch über das Werk informiert und auch mit Interesse vernommen, dass in Meyenburg das erste europäische Modemuseum entsteht. Als Dankeschön soll nun der Modeschöpfer, der sich nur noch als Pensionär versteht, eine neue "Veritas"-Nähmaschine aus der Fischer Collection Heilbronn bekommen, die die Maschinen seit kurzem in China wieder herstellen lässt. Die Nähmaschine mit der Nummer 3 steht für die Übergabe bereit. Ein Termin konnte aber noch nicht vereinbart werden, gab Lothar Wuttke an.

Auch in vielen anderen Grußschreiben leben Erinnerungen an die legendären Maschinen wieder auf. Die Schreiber erzählen, wie sie als Kinder selbst daran nähten oder ein Kleid für die Konfirmation entstand. Lothar de Maiziere, der letzte DDR-Ministerpräsident, berichtete von seiner Mutter, die auf einer Singer einen Wehrmachtsmantel zu einer Joppe umgearbeitet habe. Der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher bedauerte, dass das Werk nicht mehr bestehe. Auch für Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist Singer ein Begriff.

Der Veritasklub hat vor, im nächsten Jahr die Grüße in einer Broschüre zu veröffentlichen.

Text: Michael Beeskow

Nach oben  Medien, Märkische Allgemeine Zeitung, 10.12.2003

Adaptation: Kathrin Raasch

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