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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

04.10.2004

Auf Zeitreise im Uhrenturm
Andrang am letzten Öffnungstag auf dem Veritas-Gelände in Wittenberge

"Mensch, weißte noch?" Das war einer der Sätze, die im Wittenberger Uhrenturm am Sonnabend am häufigsten zu vernehmen waren. Zum letzten Mal in dieser Saison konnte man das imposante Bauwerk besteigen und von innen erkunden. Mehr als einhundert Gäste aus Wittenberge und von außerhalb machten davon Gebrauch.

Herbert Schlie als fachkundiger Führer konnte selbst ehemaligen Mitarbeitern erstaunte Blicke entlocken. So erfuhren die Besucher, dass der Wittenberger Uhrenturm der größte seiner Art in Kontinentaleuropa ist. "Nur Big Ben in London ist größer", sagte Herbert Schlie mit Stolz in der Stimme.

Bevor es die insgesamt 191 Stufen hinauf ging, ließ der ehemalige Betriebsingenieur die Geschichte des Nähmaschinenwerks Revue passieren: Vom Aufkauf des Geländes durch den amerikanischen Singer-Konzern 1902 über die Nazizeit, Krieg und die DDR-Geschichte des Werks unter dem Namen Veritas bis hin zur unrühmlichen Abwicklung des und der Einstellung der Produktion Ende 1991.

Inzwischen ist der Turm vom Heimatverein und verschiedenen Förderern so weit hergerichtet, dass jede Etage einen anderen interessanten Blick auf die Geschichte des Werks, der Stadt und der Region freigibt: von den ersten Nähmaschinen und ihren elektrischen Nachfolgern bis hin zum letzten Modell, das in Wittenberge produziert wurde. Viele Fotos aus den verschiedenen Abschnitten der Betriebsgeschichte ergänzen die Zeitreise durch den Uhrenturm. Die Ausstellung mit Bildern und Plastiken von Virginia Thiel aus Karstädt bildet einen reizvollen Gegensatz zu den funktional nüchternen Räumen des Turms. In der letzten "bewohnten", also genutzten Etage des Turms befindet sich schließlich ein Café. Doch wer von den Besuchern dachte, sich hier nach dem Aufstieg auf eine Tasse Kaffee setzten zu können, wurde enttäuscht. "Die Idee, diese Etage gastronomisch zu nutzen, gibt es. Aber das dauert noch", erklärte Herbert Schlie.

Schließlich durften die Gäste an einer Art geschichtlichem Puzzle knobeln. Wer es wusste, konnte die Personen auf einem Gruppenbild des Lehrjahrgangs 1945 identifizieren und um bekannte Namen ergänzen, sodass die Liste irgendwann vollständig ist.

Die Gewinnerin einer Veritas 2000 (gesponsert vom VERITASKLUB - Anm. Red.) kommt übrigens aus Wittenberge und heißt Andrea Thamm.

Text: Andreas König

Nach oben  Medien, Märkische Allgemeine Zeitung, 04.10.2004

Adaptation: Kathrin Raasch

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