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25.09.2007

Veritaspark soll unter den Hammer kommen

Versteigerung für 13. Dezember geplant / Großes Speditionsunternehmen will seinen Standort erweitern

Wittenberge Stolz grüßen die Türme der "Nähmaschine" den Besucher der Elbestadt. Der Schriftzug "Veritas" ist eine heute – wahrscheinlich unbezahlbare – Reklame für den Standort. Doch ob das den Preis für das traditionsreiche Areal in die Höhe treibt? Der Veritaspark soll nämlich unter den Hammer kommen. Für den 13. Dezember, 9 Uhr, ist die Versteigerung am Amtsgericht Neuruppin geplant.

Der Antrag wurde von der Corealcredit Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main gestellt. Deren Vorgängerorganisation, die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden AG, hatte das Industriegebiet schon einmal zur Versteigerung angemeldet, den Plan aber buchstäblich in letzter Minute fallen gelassen.

Der Verkehrswert der insgesamt 174003 Quadratmeter großen Fläche beträgt laut Gutachten des Amtsgerichts knappe vier Millionen Euro. "Wir bezweifeln, dass sich mit dem Verkauf des Veritasparks eine solch hohe Summe erzielen lässt", meint Lothar Wuttke, Vorsitzender des Veritasklubs in Berlin. Er befürchtet, dass die Gläubigerbank, die Corealcredit Bank AG, das Veritasgelände parzellenweise veräußern will. Lothar Wuttke sieht nach der Übernahme der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden durch den weltweit agierenden Investmentfond "Lone Star" aus den USA "Heuschrecken" am Werk. "Im schlimmsten Fall", lauten seine Befürchtungen, würde der Gewerbepark nach und nach von Mietern verlassen, so dass langfristig der Erhalt der denkmalgeschützten Wittenberger Wahrzeichen Uhrenturm und "Nähmaschine" auf dem Spiel stünde.

Gute Nachrichten aus Osnabrück

Doch zu solch düsteren Prognosen besteht vorerst kein Grund. Die Spedition Meyer und Meyer aus Osnabrück führt auf dem Veritasgelände bereits seit längerem eine große Lagerhalle, in der Kleidungsstücke von verschiedenen Herstellern für den Transport zum Handel vorbereitet werden.

"Der Standort Wittenberge ist Teil unseres Logistikzentrums Peine", sagt Cornelia Böckmann von der Unternehmenskommunikation der Spedition Meyer und Meyer. Die bisher 11 000 Quadratmeter wurden kürzlich um 5000 Quadratmeter erweitert. "Bisher betreuen wir in Wittenberge drei Textilunternehmen und wollen ein viertes gewinnen", sagte Cornelia Böckmann. Die Spedition sorgt mit 60 zum Teil eigenen, zum Teil fremden Mitarbeitern dafür, dass Textilien entladen, aufgearbeitet, handelsgerecht verpackt (kommissioniert) und wieder abtransportiert werden. "Gegenwärtig beliefern wir von Wittenberge aus lediglich den Großraum Hannover, aber das könnte perspektivisch zu einem weltweiten Versand ausgebaut werden", stellt die Pressesprecherin in Aussicht.

Text: Andreas König

Nach oben  Medien, Märkische Allgemeine Zeitung, 25.09.2007

Adaptation: Susanne Salender

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