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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

05.06.2008

Liquidation des Veritas-Werks

Die Kamera klickt, der Stift hält Namen, Daten und die dazugehörigen Ereignisse fest: Lothar Wuttke sichtet die Bände des "Prignitzers", Pardon der damals noch SVZ aus den Jahren 1989/1990. Das Material wird sich im 4. Band der Nähmaschinenwerk-Edition wiederfinden.

Wittenberge Lothar Wuttke hält die Fäden für diese Edition in den Händen, Herausgeber ist der von ihm geleitete Veritasklub. Dass Wuttke seit Jahren in Berlin lebt und hier erfolgreich in der Werbebranche sein Geld verdient, hindert den ehemaligen Chef des Veritas-Klubhauses nicht, sich sehr intensiv mit Wittenberger Vergangenheit, oder noch exakter formuliert mit jenem Werk zu beschäftigen, "das für mich untrennbar mit Wittenberge verbunden ist, dem Ort den Beinamen Stadt der Nähmaschinen einbrachte", erklärt Wuttke, was ihn treibt.

Die Bände 1 bis 3 zur Geschichte des 1903 gegründeten Werkes sind erschienen. Wuttke und seine vier redaktionellen Mitstreiter recherchieren jetzt für jenen Band, der die Liquidation des Werkes nach der Wende nachzeichnet. Die letzte Wittenberger Nähmaschine lief kurz vor Weihnachten 1990 vom Band. In der SVZ bzw. im "Prignitzer" fahndete Wuttke gestern nach Meldungen, die die politische Situation in jenen Wendemonaten für Wittenberge verdeutlichen und die Aufschluss über die Schließung des Traditionswerkes geben.

Dieser Band 4 wird die chronologische Aufbereitung der Geschichte der Singer-Fabrik, die mit der Gründung der DDR zum Veritas-Werk wurde, abschließen. "Die Recherche ist kompliziert", sagt Wuttke. Bei ihren Nachforschungen zu den Jahren 1989/90 in Wittenberge stelle die Buchredaktion immer wieder fest, "dass so mancher, der sich eigentlich gut an die Ereignisse von vor knapp 20 Jahren erinnern müsste, auch weil er in der Wende politisch engagiert war, sich kaum noch erinnere. Mehr als bei den Büchern zur Werksgeschichte vor und nach 1945 ist der Veritasklub deshalb auf Zeitungsberichte angewiesen und auf -fotos. Zu Weihnachten soll das Buch über die Liquidation des mit 3000 Beschäftigten einstmals größten Produktionsbetriebes in der Stadt und im Kreis Perleberg erscheinen.

Sechs weitere Bände sind in der Edition noch vorgesehen. Ja, sagt Wuttke, das seien zwei mehr als ursprünglich. "Beim Nachforschen sind wir aber auf so viele Namen gestoßen, dass wir jeweils ein Buch über Mitarbeiter im Werk zur Singer-Zeit (Band V) und zur Veritas-Zeit (Band VI) herausbringen." Die folgenden Bücher werden sich mit den Erzeugnissen, mit dem gesellschaftlichen Leben im Betrieb, mit besonderen Leistungen und mit einem Vergleich von früherer und heutiger Nutzung der Gebäude beschäftigen.

Text: Barbara Haak

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 05.06.2008

Adaptation: Susanne Salender

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