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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

05.02.2013

Singer-Nähmaschinen für Polen

Wittenberge Wenn am 24. Februar im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) zum 9. Mal die Potsdamer Geschichtsbörse stattfindet, wird auch der Veritasklub Wittenberge dabei sein. Der Klub nimmt nach den Worten seines Projektmanagers Björn Ruder in Anspruch, "die einzige Institution zu sein, die das Erbe des ehemaligen Singer- und späteren Veritas-Nähmaschinenwerkes in Wittenberge wissenschaftlich erforscht, bewahrt und pflegt".

Die Geschichtsbörse steht in diesem Jahr unter der Überschrift "Deutsch-polnische Nachbarschaft im Dialog der Generationen". "Wir haben uns dieses Themas aus unserem Blickwinkel heraus angenommen", sagte der Klubvorsitzende Lothar Wuttke gestern im Gespräch mit der Redaktion. Den Anstoß lieferte eine Anfrage der Mahn- und Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Ravensbrück zum Einsatz von Singer-Nähmaschinen im KZ, erklärt Lothar Wuttke. "Wir haben uns intensiver mit der zugegebenermaßen dunklen Geschichte des Nähmaschinenwerks zur Nazi-Zeit befasst", so Wuttke. Daraus erwuchsen auch die Erkenntnisse, die der Klub am 24. Februar in Potsdam präsentieren wird.

Projektleiter Björn Ruder berichtet, dass "die amerikanische Singer Company keine eigene Produktionsstätte in Polen besaß". Der polnische Marktbedarf an Singer- und später Veritas-Nähmaschinen konnte vom Werk in Wittenberge vollends bedient werden. "Wobei bemerkt werden muss, dass unser Nachbar lange Zeit eine eigene Nähmaschinenfabrik besaß, ab 1925 das ,LUCZNIK’-Werk in Radom. Nach der politischen Wende in Polen wurde die Fabrik von der ASPA Group übernommen und produziert heute unter anderem Maschinenpistolen."

Unternehmen baute ein breites Filialnetz auf

Bekannt ist, dass "die Firma Singer bis 1945 in Polen ein über das ganze Land gespanntes Vertriebs- und Filialnetz besaß. Insbesondere in der Zweiten Polnischen Republik (II. Rzeczpospolita) - von 1918 bis 1939/1944 - baute Singer sein polnisches Verkaufs- und Magazinnetz überdimensional aus". Im Jahre 1922 unterhielt Singer nach Angaben des Veritasklubs in Polen 129 Vertriebs- und Verkaufsstellen. Der Hauptsitz der polnischen Vertriebsgesellschaft befand sich in Warschau.

Während der Veritas-Periode, also nach 1945, so der Klub, bezog das Wittenberger Werk "seine Nähmaschinenmotore unter anderem von unserem polnischen Nachbarn". Der Veritasklub, so Wuttke und Ruder, "unterhält heute noch freundschaftliche Beziehungen zur Firma Aspa Electro Sp. z o.o. in Wroclaw, die einst den Aspa-Motor produzierten".

Exklusiv für die 9. Geschichtsbörse fertigte der Klub einen sechsseitigen Flyer in polnischer Sprache über das ehemalige Singer-Vertriebsnetz in Polen an, das im Jahre 2013 fast wieder so analog aussieht. "Diesen Flyer können sich Interessierte von der Webseite www.nähmaschinenwerk.de downloaden oder sie holen sich ihn persönlich am Stand vom Veritasklub auf der 9. Potsdamer Geschichtsbörse ab, informiert der Klub.

Text: Barbara Haak

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 05.02.2013

Adaptation: Henry Kannus

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