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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

05.11.2013

Nähmaschinenwerk: 9. Band ist fertig

Wittenberge Was haben Nähmaschinenwerker getan, wenn sie nicht in der Gießerei, in der Schmiede, in der Montage, im Musterbau oder in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ihrer Arbeit nachgingen? Der 9. Band in der Buchreihe über das Singer- bzw. Veritas-Werk will über das gesellschaftliche Leben im Zusammenhang mit dem Werk Auskunft geben, der Titel "Gesellschaft". Der Band erscheint in diesem Monat. "Das Exemplar Nummer 1 überreichen wir dem Perleberger DDR-Geschichtsmuseum. Dort findet am 21. November um 14 Uhr die öffentliche Buchpremiere statt", sagt der Vorsitzende des Veritasklubs, Lothar Wuttke. Der Klub hat es sich, so Wuttke, zur Aufgabe gemacht, "das Erbe des ehrwürdigen Nähmaschinenwerks (Singer und Veritas) zu bewahren und sich kritisch damit auseinander zu setzen".

Diesen Anspruch verfolgt der Klub auch mit der Buchreihe über das Werk, die nach Vollendung zehn Bände umfassen wird, wie Wuttke gestern dem "Prignitzer" sagte. Im Jahr 2000 begannen die Recherchen für die umfangreiche Edition, 2005 erschien der erste Band, er trägt den Titel "Archive".

Aber zurück zum jüngsten Projekt: "Von der Grundsteinlegung im Jahre 1903 bis zur staatlichen Demontage im Jahre 1992 gestalteten Nähmaschinenwerker das gesellschaftliche Leben auf politischem, wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem und sportlichem Sektor in der Stadt Wittenberge und im Territorium maßgeblich mit", ist der Klub überzeugt und belegt das in dem Buch auf 56 Hochglanzseiten mit zahlreichen Fotos und den entsprechenden Texten. Wert legt der Klubvorsitzende auf die Feststellung, dass "auch heute noch, im Jahre 2013, zahlreiche ehemalige Nähmaschinenwerker in verschiedenen sozialen, sportlichen und kulturellen Vereinen" engagiert sind. Als Beispiel führt der Klub den Shanty-Chor an, in dem viele ehemalige Werksangehörige zu finden seien. Außerdem gebe es "noch gesellschaftliche Vereinigungen unterschiedlichen Genres, die den Schriftzug VERITAS in ihrem Vereinsnamen haben". Man denke nur an die Fußballer oder Boxer.

Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Buch nicht. "Diesen Anspruch hatten wir von vornherein nicht", so Wuttke. Zu umfangreich sei die Materialfülle, zu vielfältig sei das gesellschaftliche Leben gewesen.

Dankbar ist der Klub als Herausgeber allen, die Material, vor allem Bilder, zur Verfügung stellten: Sie alle zu nennen, sei unmöglich, die Liste reicht von Elke Muchow und Sybille Glockzin bis Horst Podiebrad und Hans-Joachim Thalmann.

Letzterer, so Wuttke, steuerte eine besonders bemerkenswerte, und in dieser Art völlig unbekannte Aufnahme bei. Sie zeigt ausländische Arbeitskräfte, die zum Dienst im Singer-Werk verpflichtet waren. Die Baracken, in denen diese Menschen leben mussten, standen auf dem Veritas-Sportplatz gegenüber dem Werk, weiß Wuttke. Im April 1943 waren von den 2635 Arbeitskräften bei Singer hier in Wittenberge 1662 sogenannte dienstverpflichtete Ausländer. Auch das gehört zur Geschichte des Nähmaschinenwerks und ist im Band 9 mit dokumentiert.

Text: Barbara Haak

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 05.11.2013

Adaptation: Henry Kannus

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