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Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

13.04.2017

Ist der erste Singer-Chef verschollen?

Veritasklub forscht weiter nach Philipp Simon.

Wittenberge Wo fand der erste Werkleiter der Wittenberger Singer-Nähmaschinenfabrik, Philipp Simon, seine letzte Ruhestätte? Augenscheinlich nicht auf dem Friedhof in Breese, wo in der vergangenen Woche dessen Enkel, der Brite, Charles Daplyn, nach dem Grab suchte. Daplyn war mit einem Flusskreuzfahrtschiff unterwegs, das für einen Vormittag auch in Wittenberge festgemacht hatte. Er hatte die Zeit für einen Besuch auf dem Friedhof genutzt. Beigesetzt ist dort Simons bereits 1909 verstorbene Frau Lucy Annie. Der Grabengel findet sich noch heute auf dem Friedhof, wie der "Prignitzer" am Freitag berichtete.

Diese Episode war für den Vorsitzenden des Veritasklubs, Lothar Wuttke, Anlass, sich in der Redaktion zu melden, denn der Klub pflegt das Andenken und erforscht die Geschichte des in Folge der Wende geschlossenen Traditionsbetriebs.

Wie Wuttke sagt, ist das Schicksal des ersten Werkleiters, Worksmanagers auf Englisch, bis heute nicht geklärt. Bekannt ist, dass Simon aus London von der General Electric Company Ltd. kam. Er soll noch vor Produktionsaufnahme des Nähmaschinenwerks den Aufbau der Kraftzentrale geleitet haben. Laut Wuttke war er von 1905 bis 1914 Werkleiter. Stadtgeschichtler Heinz Muchow hingegen kam bei seinen Nachforschungen zu dem Schluss, er sei von 1903 bis 1912 der erste Worksmanager gewesen, gibt aber auch keine Quelle für dieses Wissen an. Während Muchow meinte, Philipp Simon sei dann nach England zurück gekehrt, geht der Veritasklub laut Wuttke davon aus, dass der Werkleiter und noch einige Singer-Leitungsmitglieder in dem sogenannten "Engländerlager" in Berlin-Ruhleben interniert wurden, benannt nach der ehemaligen Trapprennbahn dort. Als Großbritannien am 4. August 1914 den Krieg gegen Deutschland erklärte, verpassten viele Ausländer, darunter Briten, die rechtzeitige Ausreise in ihre Heimat und wurden dort eingesperrt. Der weitere Verbleib von Simon sei unbekannt, so der Klubvorsitzende.

Da der Enkel von Philipp bei seinem Besuch hier in Wittenberge in der vergangenen Woche aber äußerte, er komme aus Schottland, will der Klub nun eine andere Spur aufnehmen. Wäre es möglich, dass Simon nach 1918 in der Singer-Fabrik in Clydebank im Westen Schottlands angestellt war?

Text: Barbara Haak

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 13.04.2017

Adaptation: Björn Ruder

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