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24.03.2018

Rückkehr nach Jahrzehnten

Familienbibel von 1939 kommt über den Veritasklub von Potsdam zurück nach Wittenberge.

Wittenberge Das hiesige Kirchenarchiv ist um ein Erinnerungsstück reicher: Eine Familienbibel aus dem Jahr 1939 ist zurück in der Elbestadt. Kantor Johannes Wauer hat das Buch aus den Händen von Lothar Wuttke, dem Vorsitzenden des Veritasklubs Wittenberge, entgegen genommen.

Das Buch stammt von hier, war Jahrzehnte in Potsdam und fand zufällig den Weg zurück in die Elbestadt. "Wir als Veritasklub sind seit zehn Jahren mit unseren Singer-Nähmaschinen auf einer Geschichtsbörse in Potsdam. Dieses Jahr wurde dort eine Dame auf uns aufmerksam, deren beste Freundin aus Wittenberge stammt und die heute in Potsdam lebt", berichtet Lothar Wuttke über den Hintergrund.

So nahm alles seinen Lauf. Die Dame, die bei der Börse auf den Veritasklub aufmerksam wurde, heißt Helga Arlt und ist die Ehefrau eines Historikers und ebenfalls geschichtlich interessiert. Sie dachte gleich an ihre Freundin namens Irmtraud Vollheim. Sie schlug der über 80-Jährigen vor, dem Veritasklub besagte Familienbibel aus ihrem Besitz zu übergeben, damit das Buch wieder an seinen Heimatort zurückkehren könne. Die Eltern von Irmtraud Vollheim (geb. Greul) stammen aus Wittenberge und heirateten am 26. August 1939 hier. Der damalige Pfarrer, Dr. Schröder, verfasste für die frisch Vermählten einen Trautext (siehe kleines Foto). Dort heißt es: "Sei getreu bis an den Tod so will ich dir die Krone des Lebens geben" (Offenbarung 2, Vers 10).

Viel wisse er nicht über das Paar, sagt Lothar Wuttke. Währenddessen öffnet Johannes Wauer im evangelischen Gemeindehaus einen Schrank und holt ein großes Buch hervor. Es handelt sich um das Kirchenbuch der Jahre 1937 bis 1950. Nach kurzem Blättern hat er den Namen des Bräutigams: Gerhard Greul. "Er war Schlosser", sagt Wauer und deutet mit dem Finger auf eine säuberlich in altdeutscher Schrift verfasste Notiz. Lothar Wuttke ist begeistert ob dieser Entdeckung. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir das finden. Toll." Auch die Braut, Erna Greul (geb. Jensen), ist im Kirchenbuch ordnungsgemäß aufgeführt. "Ich freue mich sehr über dieses Geschenk. Ich bin geschichtlich interessiert und das ist etwas Besonderes", so Johannes Wauer. Er blättert durch die gut erhaltene Stuttgarter Familienbibel. "Das liegt wohl an der Übersetzung, aber es ist eine Lutherbibel. Hier hätte man noch die Kinder, Paten und Verstorbenen eintragen können. Doch die Seiten sind leer", sagt Johannes Wauer. Lothar Wuttke ergänzt mit Blick auf das Heiratsjahr 1939, dass die Umstände der Folgejahre andere Prioritäten erforderten.

Text: Reik Anton

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 24.03.2018

Adaptation: Björn Ruder

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