+ V E R I T A S L O U N G E +

Offizielle Seite des Nähmaschinenwerkes Wittenberge

 

13.08.2018

Die Ur-Ur-Enkelin kommt wieder

Louisa Winn Hutton als Ehrengast bei der Eröffnung des Hotels Haus Singer.

Wittenberge Louisa Winn Hutton war das erste Mal in Wittenberge, und sie wird wiederkommen, verspricht die Ur-Ur-Enkelin von Isaac Merritt Singer. Dann will sie sich mehr Zeit nehmen. Die benötigt sie auch, verdeutlicht Bürgermeister Oliver Hermann auf charmante Weise, als er die Nachfahrin des Nähmaschinenerfinders am späten Donnerstagnachmittag im Hotel Haus Singer begrüßte.

Seit 20 Jahren lebt die Stararchitektin jetzt in Berlin. In einer konzertierten Aktion haben Lothar Wuttke als Vorsitzender des Veritasklubs, der schon lange in Verbindung mit Louisa Winn Hutton steht, sowie die Hoteliers Lutz und Jan Lange die Singer-Ur-, Urenkelin in den Ort geholt, der sich als Stadt der Nähmaschinen einen Namen machte.

Offizieller Anlass für die Wittenberge-Visite ist die Eröffnung des Hotels Haus Singer, entstanden durch umfangreiche Sanierungen aus der Pension in der Friedrich-Ebert-Straße. Die Langes haben 150 000 Euro investiert, setzen, wie sie sagen, mit dem modernisierten Haus auf regionale Bezüge. "Themenhotels liegen touristisch im Trend", so Lutz Lange.

Louisa Winn Hutton ist der Ehrengast des Nachmittags. Lange sagt zur Begrüßung, er wisse nicht, "ob unser Haus ihren Besuch wirklich wert ist, aber Wittenberge und was die Stadt ausmacht, sind es auf jeden Fall". Louisa Winn Hutton erwidert: "Ich finde die Idee von einem solchen Singer-Hotel super." Für sie, so fügt die Nachfahrin an, sei es ein gutes und interessantes Datum, Wittenberge einen ersten Besuch abzustatten. Denn am 12. August werden es genau 167 Jahre sein, dass Isaac Merritt Singer sein Nähmaschinenpatent anmeldete.

Dem "Prignitzer" erzählt die Singer-Nachfahrin, dass Singer ein sehr praktischer Mensch gewesen sei. "Er hat ständig Dinge im Kopf gehabt und entwickelt, wie man Arbeit leichter machen kann."

Bei ihrem nächsten Besuch wird sie, so wie vom Bürgermeister empfohlen, dem mit der Wende geschlossenen Nähmaschinenwerk einen Besuch abstatten. Dort entwickelt sich mit dem Veritas-Park langsam ein neuer Industriestandort. Veritas in der Tradition bzw. Fortführung von Singer: Auch das war am Donnerstag ein Thema. Zumal ehemalige Veritas-Mitarbeiter, darunter auch Klaus Völzer – von 1972 bis zur Schließung des Werks Ende 1992 Betriebschef – bei der Hoteleröffnung zugegen waren. Auf einen bisher wenig thematisierten Zusammenhang wies Völzer hin, als er sagte: "Wir als Veritas haben in Singer-Gebäude produziert, denn Singer wurde nie enteignet." Stolz schwingt mit, wenn Völzer und andere Nähmaschinenwerker berichten, dass Singer vor dem Krieg bis zu 300 000 Maschinen jährlich produzierte. "Ende der 80 Jahre hatten wir 400 000 Stück erreicht und wir wollten noch mehr", so der ehemalige Werkleiter, bis 1992 alles auf Null gegangen sei.

Im Stadtmuseum ist dem Nähmaschinenwerk eine lebendige und vielschichtiges Denkmal gesetzt worden. Bürgermeister Hermann spricht von einem kleinen Dokumentationszentrum und empfiehlt Louisa Winn Hutton bei der nächsten Visite unbedingt einen Besuch. Und auch das Singer-Logo an dem ehemaligen Werksverkauf am Stern Ecke Mohrenstraße sei auf jeden Fall einen Blick wert.

Text: Barbara Haak

Nach oben  Medien, Der Prignitzer, 13.08.2018

Adaptation: Björn Ruder

0.gif (43 Byte)

[Main]    [Index]    [Zurück]    [Weiter]